Fußballstars unter Druck

Lionel Messi zu Haftstrafe verurteilt

Zu einer Haftstrafe von 21 Monaten wurde Lionel Messi vom FC Barcelona im Mai wegen Steuerhinterziehung verurteilt. Es geht dabei um mehr als 4 Mio. €. Über Briefkastenfirmen in Belize, der Schweiz und Uruguay sollen er und sein Vater Gelder am Fiskus vorbeigeschleust haben. Ins Gefängnis muss Messi jedoch nicht, weil in Spanien Haftstrafen unter zwei Jahren üblicherweise nicht vollstreckt werden. Messi muss jedoch zusätzlich zu den nachgezahlten Steuern eine Geldstrafe von 2 Mio. € an den Fiskus überweisen.

Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Cristiano Ronaldo

Einen noch wesentlich höheren Betrag als sein Fußballkollege Messi soll Cristiano Ronaldo an Steuern hinterzogen haben. Der Weltstar von Real Madria soll laut spanischer Staatsanwaltschaft mehr als 14 Mio. € am Finanzamt vorbeigeschleust haben. Wie im Fall von Messi spielen auch hier Briefkastenfirmen in Steueroasenländern eine wesentliche Rolle. Wann es zu einem Gerichtsverfahren gegen Ronaldo kommt, ist noch offen.

Football-Leaks legte viele Fälle von Steuertricks bei Fußballstars offen

Ähnlich wie beim Fall der Panama Papers erhielten JournalistInnen von unbekannten Whistleblowern umfangreiches Datenmaterial mit Hinweisen auf die Steuertricks der Fußballstars. So konnte die Öffentlichkeit neben Messi und Ronaldo auch erfahren, dass Angel di Maria von Real Madrid, der Trainer José Mourhino oder Mesut Özil bei den Steuerabgaben getrickst haben. In der Regel geht es dabei um Steuerausfälle in Höhe von mehreren Millionen €, für die dann die Gesellschaft aufkommen muss. Dass ausgerechnet Fußballstars zu Steuerhinterziehern werden, ist nicht nachvollziehbar. Oftmals haben diese Sportler ein jährliches Einkommen, dass die Bezüge eines durchschnittlichen Beschäftigten um mehr als ein Hundertfaches übersteigt. Für so einige Fußballstars wäre es höchst an der Zeit nicht nur am Fußballfeld fair play zu zeigen, sondern dies auch gegenüber der Gesellschaft und dem Finanzamt zu leben.