Steuertricks der Konzerne haben in der EU bis zu 3,5 Millionen Arbeitsplätze gekostet

Verluste in Höhe von bis zu 237 Mrd. € durch Panama-Steueroase für die öffentliche Hand

Mit überraschenden Erkenntnissen warten neue Studien zu den Steuervermeidungspraktiken von Konzernen und Vermögenden auf. So sei davon auszugehen, dass die EU-Mitgliedsländer alleine durch die im Panama Steueroasenskandal (Panama Papers) aufgedeckten Praktiken Steuerverluste in Höhe von bis zu 237 Mrd. € erlitten haben. Die Autoren gehen davon aus, dass mit diesem Geld 3,5 Millionen Arbeitsplätze geschaffen werden hätten können.

Wissenschafter präsentieren Studien zu Steueroasen im Europäischen Parlament

Die Studien wurden vom Untersuchungsausschuss im Europäischen Parlament in Auftrag gegeben, der nach dem Bekanntwerden des Steuersumpfs in Panama gegründet wurde. Der Hauptfokus liegt in der Untersuchung der Praktiken hinsichtlich Geldwäsche, Steuervermeidung und Steuerhinterziehung.
Die oben angesprochene Studie wurde vom Centre for Strategy & Evaluation Services (CSES) und von Blomeyer & Sanz (B&S) ausgearbeitet. Die Autoren der Untersuchung vermuten außerdem, dass die 397 Firmen, deren Aktivitäten im Panama Steuersumpf aufgedeckt wurden Imageverluste erlitten haben. Sie gehen von einem Schaden von 135 Mrd. US-Dollar für diese Unternehmen infolge der Enthüllungen aus.

Viele Mittelsleute bei der Nutzung von Steueroasen

Eine weitere Analyse der Vorgänge rund um die Panama Papers stellte fest, dass es eine Reihe von Mittelsleuten bzw. –firmen gibt, die Konzernen und Vermögenden dabei hilft, die Zahlung von Steuern zu umgehen und die Strukturen in Steueroasen zu nutzen. Rechtsanwaltskanzleien, Wirtschaftsprüfer, Banken, Konsulenten und Firmen wie eben Mossack Fonseca, deren Daten an die Öffentlichkeit gelangten und den Panama Papers-Skandal auslösten, spielen dabei eine wesentliche Rolle. Dabei ist festzustellen, dass mit rund 40 % sehr viele der herangezogenen BeraterInnen ihren Sitz in Drittstaaten haben. Genau dieser Umstand macht es schwierig, die Aktivitäten dieser Mittelsleute rund um Steueroasen mit EU-Gesetzen in die Schranken zu weisen, stellt die Studie des Centre for European Policy Studies fest.

Resolution des Europäischen Parlaments gegen Ende des Jahres

Auf Grundlage der Studien und anderer Informationen werden die EU-Abgeordneten nun einen Bericht erarbeiten. Eine offizielle Resolution soll gegen Ende des Jahres im Plenum des Europäischen Parlaments verabschiedet werden.